Stuttgart gegen Sexplakate: Die prüdeste Stadt Deutschlands?

15.07.2020

In Stuttgart ist die Empörung groß: Die Plakate von C‑Date, der Online­plat­tform für unverbindlich­es Dat­ing, soll­ten ver­boten wer­den. Zumin­d­est, wenn es nach der Gle­ich­stel­lungs­beauf­tragten Ursu­la Maschke geht. Doch bedeutet Gle­ich­stel­lung nicht auch, dass Men­schen selb­st entschei­den dür­fen, wie sie ihr Sexleben führen?

 

Mein eigenes Bett kenne ich jet­zt gut genug“ und „Ich trage ja auch nicht jeden Tag diesel­ben Schuhe“ ist auf den Plakat­en von C‑Date zu lesen, die in den let­zten Wochen deutsch­landweit zu sehen waren. Während München noch über Plakate der Plat­tform mit Anspielung aufs Okto­ber­fest schmun­zelt, regt sich in Stuttgart Wider­stand – doch in erster Lin­ie nur durch Stuttgarts Gle­ich­stel­lungs­beauf­tragte Ursu­la Matschke. „Das Plakat selb­st ist ja harm­los, aber es hat eine neue Dimen­sion, es ist wegen seines Pro­duk­ts zu hin­ter­fra­gen. Wir müssen über­prüfen, ob wir in der Stadt Flächen für die Wer­bung für Gele­gen­heits­sex zur Ver­fü­gung stellen möcht­en“, äußerte sich Matschke gegenüber den Stuttgarter Nachrichten.

 

Ist Gele­gen­heits­sex für Frauen moralisch verwerflich?

 

Nun sind es also gar nicht die Worte der jun­gen, nur mit Hand­tuch bek­lei­de­ten Frau, die auf den Plakat­en zu sehen ist, an denen sich die Gle­ich­stel­lungs­beauf­tragte anstößt. Vielmehr scheint alleine die Tat­sache, dass die Plakate auf Gele­gen­heits­sex – auch für Frauen – aufmerk­sam machen, gegen den moralis­chen Kom­pass Matschkes zu ver­stoßen. Impliziert das am Ende sog­ar, dass es sich nicht gehört, dass sich Frauen nur zum Spaß zum Sex verabreden?

 

Matschkes Stand­punkt wohnt dur­chaus eine gewisse Ironie inne: Zu den Auf­gaben der Gle­ich­stel­lungs­beauf­tragten zählen – laut der Abteilung für Chan­cen­gle­ichkeit und Diver­si­ty der Stadt Stuttgart[1] – der Abbau stig­ma­tisieren­der Geschlechterk­lis­chees sowie die Etablierung ein­er Kul­tur der Wertschätzung und Vielfalt. Wed­er kann eine Frau, die sich gerne zu unverbindlichem Sex und ero­tis­chen Begeg­nun­gen verabre­det als stig­ma­tisieren­des Geschlechterk­lis­chee ange­se­hen wer­den, noch sollte die Vielfalt sex­ueller Vor­lieben hier beschränkt wer­den. Vielmehr zeugt es von Female Empow­er­ment und gelebter Gle­ich­stel­lung, dass sich die Frau des 21. Jahrhun­derts selb­st­bes­timmt dafür entschei­den kann, sich zu sinnlichen Aben­teuern zu verabre­den – und zwar ohne dafür mit ein­er Stig­ma­tisierung rech­nen zu müssen.

 

Ver­bot der Kam­pagne – eine „Rolle zurück ins Mittelalter“

 

Selb­st­bes­timmt sind Verabre­dun­gen über C‑Date näm­lich alle­mal. „Wir set­zen auf Trans­parenz und tar­nen uns nicht als etwas, das wir nicht sind. Sinnliche Aben­teuer, ero­tis­che Chats – C‑Date ist mehr als nur Gele­gen­heits­sex. Und wer bei C‑Date online aktiv ist oder sich zu einem Tre­f­fen verabre­det, weiß genau, was er oder sie erwarten kann.“, sagt Kevin Pineau, Com­mu­ni­ca­tion Man­ag­er bei C‑Date. Der­weil trifft die Forderung nach einem Ver­bot der Plakate auch unter den Stuttgartern auf Gegen­wind: Auf Twit­ter beispiel­sweise äußern sich User kri­tisch darüber, dass man der Gesellschaft eine Moralvorstel­lung auf­drück­en wolle – auch von ein­er „Rolle zurück ins Mit­te­lal­ter“ ist die Rede.

 

Dabei darf die Kam­pagne – in der übri­gens auch männliche Pro­tag­o­nis­ten zu sehen sind – ruhig mit einem kleinen Augen­zwinkern ver­standen wer­den. „Ger­ade in der Coro­na-Krise möcht­en wir den Humor nicht ver­lieren und den Men­schen mit ein­er lusti­gen Kam­pagne etwas Freude brin­gen.“, erk­lärt Kevin Pineau. Dass die Plakate in Stuttgart zwis­chen­zeitlich abge­hängt waren, hat mit den Vor­wür­fen der Gle­ich­stel­lungs­beauf­tragten und dem Wind um die Kam­pagne aber nichts zu tun. Ob der Kam­pagne in Stuttgart kün­ftig der Riegel vorgeschoben wird? Das bleibt offen.

 

[1] Vgl. Stadt Stuttgart, Abteilung für Chan­cen­gle­ich­heit und Diver­si­ty,https://www.stuttgart.de/item/show/305802/1/dept/118? (Stand: 09.07.2020)


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C-Date


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