Maschinenbau in der Rezession? Dieses Startup hat die Lösung

23.01.2020

Das Start­up rem­berg hat eine Soft­ware entwick­elt, die Maschi­nen­her­stellern neue Ver­trieb­smöglichkeit­en in Zeit­en von Kon­junk­turschwankun­gen bietet.

 

Im Herb­stgutacht­en 2019 haben die deutschen Wirtschafts­forschungsin­sti­tute ihre Kon­junk­tur­prog­nose nach unten kor­rigiert. Grund ist unter anderem der starke Abwärt­strend bei den Auf­trag­se­ingän­gen in der Indus­trie, unter dem sowohl Beschäftigte lei­den als auch die Her­steller indus­trieller Maschi­nen, die bere­its mit starken Absatzein­brüchen rech­nen. Die Grün­der von rem­berg – David Hahn, Julian Madrzak, Hagen Schmidtchen und Cecil Wöbker – haben deshalb eine dig­i­tale Lösung entwick­elt: Mit ihrem cloud-basierten Asset-Rela­tion­ship-Man­age­ment Sys­tem kön­nen Her­steller ihr Ser­vicegeschäft rund um ihre Maschi­nen in ein­er Lösung dig­i­tal abbilden und damit ihre Ser­vi­ce­prozesse effizien­ter gestal­ten und ihre After-Sales-Umsätze steigern. Diese bein­hal­ten im Schnitt 2,5‑mal so viel Marge wie Neu­verkäufe von Maschi­nen und sind deut­lich wider­stands­fähiger in Zeit­en von Kon­junk­turschwankun­gen. Dadurch kön­nen Her­steller Prof­itabil­ität und Arbeit­splätze sich­ern. Die Trendwende Rich­tung Ser­vices ist in anderen Branchen bere­its deut­lich weit­er fort­geschrit­ten. Durch diese Par­al­lele zu anderen Märk­ten ent­stand auch die erste Idee für die remberg-Software.

 

Von der paten­tierten IoT-Hard­ware zur neuen Kat­e­gorie an Software

 

Ende 2017 erfuhr Grün­der Hagen Schmidtchen über einen Indus­trie-Experten von zwei Trends im Maschi­nen­bau – Edge Com­put­ing (IoT) und Servi­ti­za­tion. Die erste Lösung, die Schmidtchen daraufhin im Bere­ich Edge Com­put­ing entwick­elte, sollte non-inva­siv Dat­en aus Maschi­nen ausle­sen und wurde später von rem­berg paten­tiert. In der Zusam­me­nar­beit mit Maschi­nen­her­stellern wurde jedoch klar, dass das Inter­net der Dinge (IoT) und die Ver­net­zung von Maschi­nen für sich allein keinen direk­ten Busi­ness Case haben und dabei oft viele Schritte der Dig­i­tal­isierung über­sprun­gen wer­den sollen. Warum mit “Pre­dic­tive Main­te­nance” begin­nen, wenn etwa Ser­vice­berichte von Tech­nikern noch auf Papi­er aus­ge­füllt wer­den? Gemein­sam mit den Her­stellern sucht­en Schmidtchen und seine Mit­grün­der auf dem Markt nach ein­er Lösung, die auf den zweit­en Trend, Servi­ti­za­tion, ein­zahlt. Die Anforderun­gen: alle Ser­vi­ce­prozesse rund um eine Mas­chine abbilden und organ­i­sa­tion­süber­greifend für Dien­stleis­ter und Betreiber von Maschi­nen funk­tion­ieren. Außer­dem sollte die Lösung ähn­lich wie ein Cus­tomer-Rela­tion­ship-Man­age­ment (CRM) Sys­tem aufge­baut sein, mit der Mas­chine im Zen­trum, wie es der indus­trielle Ser­vice benötigt.

 

Doch keine der bere­its existieren­den Lösun­gen passte zu ihrer Vision, also haben sich die Grün­der selb­st ans Werk gemacht: Sie haben das Asset-Rela­tion­ship-Man­age­ment (ARM) Sys­tem entwick­elt. „Man darf sich niemals auf seine erste Idee ver­steifen. Am Ende gewin­nt das Pro­dukt, das den Kun­den wirk­lich hil­ft“, erk­lärt Schmidtchen die Entschei­dung sich von der ini­tialen IoT-Idee wegzube­we­gen. Ziel des ARM-Sys­tems ist es, dem Her­steller max­i­malen Ein­blick in seine instal­lierte Basis, also alle verkauften Maschi­nen zu geben. So kön­nen Ser­vi­ce­prozesse über den gesamten Leben­szyk­lus, auch nach dem Verkauf der Mas­chine, zen­tral für Her­steller, Dien­stleis­ter und Betreiber abge­bildet wer­den. Das rem­berg ARM-Sys­tem sam­melt alle rel­e­van­ten Dat­en über die instal­lierten Maschi­nen und Anla­gen aus existieren­den IT-Sys­te­men wie ERP, CRM oder PDM. Anschließend kann bspw. der Her­steller in rem­berg analysieren, welch­er Kunde Ersatzteile, Wartun­gen oder dig­i­tale Ser­vices für seine Maschi­nen benötigt und frühzeit­ig auf dessen Bedürfnisse einge­hen. „Wir ermöglichen es Maschi­nen­her­stellern auch in Zeit­en von Kon­junk­turschwankun­gen ihre Umsätze anzukurbeln und mit dem After-Sales Geschäft einen wesentlich höheren Gewinn zu erzie­len. Damit tre­f­fen wir den Nerv der Zeit“, sagt Grün­der David Hahn.

 

Ein einge­spieltes Team aus der Münch­n­er Startup-Schmiede

 

Für das Unternehmen stellte sich Schmidtchen ein Team zusam­men, bei dem er wusste, dass es funk­tion­iert. Er überzeugte drei sein­er ehe­ma­li­gen Stu­di­enkol­le­gen, rem­berg mit ihm aufzubauen: David Hahn, Julian Madrzak und Cecil Wöbker. Alle vier Grün­der ken­nen sich vom „Cen­ter for Dig­i­tal Tech­nol­o­gy & Man­age­ment (CDTM)“, ein Forschungs- und Lehrin­sti­tut der bei­den Münch­n­er Uni­ver­sitäten TUM und LMU, auch bekan­nt als eine der erfol­gre­ich­sten Start­up-Schmieden Deutsch­lands. Gemein­sam mit David Hahn hat­te Hagen Schmidtchen zuvor bere­its für Voda­fone im Bere­ich kün­stlich­er Intel­li­genz gear­beit­et. Cecil Wöbker forschte während­dessen am MIT in Boston im Bere­ich verteil­ter Sys­teme im indus­triellen Umfeld und Julian Madrzak war vorher im Pro­duk­t­man­age­ment beim Münch­n­er Uni­corn Celo­nis tätig.


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remberg


Die remberg GmbH wurde im August 2018 von David Hahn, Julian Madrzak, Hagen Schmidtchen und Cecil Wöbker in München gegründet. remberg digitalisiert Serviceprozesse von industriellen Maschinen mit dem cloud-basierten Asset-Relationship-Management System für Hersteller, Dienstleister und Betreiber. Die Seed-Finanzierungsrunde wurde von den beiden VC-Fonds Fly Ventures und Speedinvest angeführt.


Ansprechpartner

Carina Goldschmid
E-Mail: cg@startup-communication.de
Telefon: 089 12021926-1


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