Künstliche Intelligenz: „Mühle von Wijk“ ist höchstwahrscheinlich keine Fälschung

28.08.2020

Ist die „Müh­le von Wijk“ ein echter Van Gogh? Eine Frage, die auch kurz vor der Ver­steigerung am 1. Sep­tem­ber 2020 umstrit­ten ist. Jet­zt hat eine kün­stliche Intel­li­genz das Gemälde unter­sucht und stellt fest: Es han­delt sich mit hoher Wahrschein­lichkeit um ein Original.

 

Grund­lage dieser Erken­nt­nis ist ein Ensem­ble von neu­ronalen Net­zen, das den Stil eines Malers in Gemälden erken­nt. Im Falle der „Müh­le von Wijk“ hat die KI keine Auf­fäl­ligkeit­en fest­gestellt. Wolf­gang Reuter, Lead­ing Data Sci­en­tist der Alexan­der Thamm GmbH hat das Mod­ell mit Unter­stützung des Dez­er­nats Kun­st­de­lik­te beim LKA Berlin entwick­elt. Die Behörde hat dem KI-Experten bis­lang ins­ge­samt 75 gesicherte Fälschun­gen von sechs ver­schiede­nen Kün­stlern zur Ver­fü­gung gestellt. Im Schnitt wer­den davon drei Vier­tel der Fälschun­gen erkan­nt, wobei die Erken­nungs­ge­nauigkeit von Maler zu Maler zwis­chen 67 und 100 Prozent vari­iert. Im Fall von van Gogh liegt sie bei 89 Prozent, das Mod­ell iden­ti­fiziert acht von neun Fälschun­gen des bekan­nten Malers. Den­noch sieht Reuter den Algo­rith­mus nur als einen Indika­tor für die Echtheit: „Auch eine Kün­stliche Intel­li­genz kann niemals ein sicheres oder gerichts­festes Urteil darüber abgeben, ob ein Gemälde von einem bes­timmten Kün­stler stammt.“

 

So analysiert die Kün­stliche Intel­li­genz den Van Gogh 

 

Das obere Bild zeigt eine soge­nan­nte Class Acti­va­tion Map der „Müh­le von Wijk“. Die hell markierten Stellen zeigen Bild­par­tien, die soge­nan­nte Kon­vo­lu­tion­ale Neu­ronale Net­ze als aus­ge­sprochen „van Gogh typ­isch“ erkan­nt haben. Dies allerd­ings ist als ex-post Betra­ch­tung zu sehen, also als eine nachträgliche Analyse der Arbeitsweise des Mod­ells: Der Algo­rith­mus erhält als Input von jedem Kunst­werk nur 100 zufäl­lig aus­gewählte und unverän­derte Bil­dauss­chnitte mit je 224 x 224 Pix­el Abmes­sung. Welche Stellen oder Bild­par­tien „charak­ter­is­tisch“ für einen Maler sind oder eben nicht, lernt der Algo­rith­mus während des Train­ings selbst.

 

Wed­er die Alexan­der Thamm GmbH noch Wolf­gang Reuter haben Kon­takt oder eine Verbindung zu dem derzeit­i­gen Besitzer des Bildes, dem Ver­steigerung­shaus oder son­st irgen­deinem an der geplanten Auk­tion Beteiligten. Die Analyse erfol­gte auf eigene Ini­tia­tive und aus rein wis­senschaftlichem und ohne jedes kom­merzielle Interesse.

 

Zusät­zliche Infor­ma­tio­nen erhal­ten Sie in einem Blog-Post, den Sie hier abrufen kön­nen: https://www.alexanderthamm.com/de/blog/echtheit-des-van-goghs-muehle-von-wijk-immer-wahrscheinlicher-ki-algorithmen-sehen-kein-hinweis-auf-faelschung/

Einen Presseartikel zu dem Mod­ell find­en Sie hier:

https://www.focus.de/kultur/medien/kultur-der-beltracchi-code_id_11741782.html


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Alexander Thamm GmbH


Alexander Thamm gründete 2012 seine gleichnamige GmbH in München. Das Unternehmen ist die erste echte Data-Science-Beratung in Deutschland und beschäftigt derzeit über 150 Mitarbeiter an sechs Standorten. Die Alexander Thamm GmbH übernimmt die Erhebung, Analyse, Bewertung und Visualisierung von Daten und baut darauf Handlungsempfehlungen für Unternehmen auf. Zu den Kunden gehört unter anderem die Hälfte der DAX-30-Unternehmen, darunter BMW, VW und RWE.


Ansprechpartner

Kristina Gössler
E-Mail: kg@startup-communication.de
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