Die neue CeBit: Lohnt sich scale11 für Star­tups?

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Die neue CeBit: Lohnt sich scale11 für Star­tups?

Ver­gan­ge­ne Woche war die CeBit in Han­no­ver. Vie­le Besu­cher waren gespannt, wie das neue Kon­zept umge­setzt wur­de. Denn die CeBit, die 1986 erst­mals als „Cen­trum der Büro- und Infor­ma­ti­ons­tech­nik” statt­fand und zu den welt­weit größ­ten IT-Mes­sen gehört, wur­de die­ses Jahr als Fes­ti­val ange­kün­digt, um mit dem klas­si­schen Mes­se-Modell zu bre­chen. Neben tech­ni­schen Inno­va­tio­nen soll­te der Fokus auch auf jun­gen Unter­neh­men lie­gen, ange­sie­delt in einer der gro­ßen Mes­se­hal­len unter dem Namen scale11. Den extra für Star­tups ein­ge­rich­te­te Bereich gibt es bereits seit meh­re­ren Jah­ren auf der CeBit, doch die­ses Jahr soll­te alles noch bes­ser, grö­ßer und neu­er wer­den. Unse­re Grün­de­rin Cari­na war vor Ort und gibt einen Über­blick, was posi­tiv und nega­tiv war – und ob sich die CeBit für Star­tups lohnt.

 

Die CeBit 2018 – Spek­ta­kel, Reiz­über­flu­tung oder Flop?

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IBM Kon­fe­renz „in der Cloud“ auf der CeBit 2018 in Han­no­ver. Bild: Cari­na Goldschmid/Startup Com­mu­ni­ca­ti­on

Was ich gleich sagen kann: Die Orga­ni­sa­ti­on der CeBit ist sehr gut. Mein Roll­köf­fer­chen und ich sind direkt am Flug­ha­fen Han­no­ver von einem Shut­tle-Ser­vice für 10 Euro direkt an der Mes­se abge­setzt wor­den. Und auf der CeBit ange­kom­men, habe ich mir erst ein­mal einen Über­blick ver­schafft. In der Mit­te des Gelän­des begrüß­te mich ein Rie­sen­rad von SAP und der Kon­fe­renz-Raum in der „Cloud“ von IBM. Dazwi­schen eine rie­si­ge Büh­ne, auf der sich Kla­vier­spie­ler, Beat Boxer und Jan Delay abwech­seln. Food Trucks ver­spre­chen ein bun­tes Mit­tags­me­nü und auch der Beach mit Surf-Sta­ti­on von Intel machen dem Fes­ti­val-Cha­rak­ter der CeBit alle Ehre.

Wie ihr wahr­schein­lich schon ver­mu­tet, sind die meis­ten Men­schen zum Arbei­ten auf der CeBit, wes­halb sich der Rum­mel rela­tiv in Gren­zen hält. Vor der Büh­ne sind tags­über sehr wenig Men­schen ver­tre­ten, ein­zig die Food Trucks sind zur Mit­tags­zeit sehr gefragt und eine gelun­ge­ne Abwechs­lung zum stan­dar­di­sier­ten Kan­ti­nen-Essen der meis­ten Mes­se-Restau­rants. Mein Fazit: Gut gemacht, für mich aber ein­fach nicht so inter­es­sant, da ich Ter­mi­ne habe und abends erschöpft ins Bett fal­le, anstatt mir ein Kon­zert anzu­se­hen – Mes­se eben.

 

scale11: Vol­les Pro­gramm auf 3 Sta­ges

In Hal­le 27 traf man Grün­der, Inves­to­ren, Jour­na­lis­ten und Robo­ter – ent­we­der an eige­nen Stän­den oder auf der Expert-, Start­up- oder Job-and-Care­er-Sta­ge. Letz­te­re war sicher ein guter Ansatz, nur egal zu wel­cher Uhr­zeit ich don­ners­tags und frei­tags vor­bei­ge­lau­fen bin, mehr als 20 Pro­zent der Sitz­plät­ze waren nie belegt. Für die Speaker etwas ent­täu­schend. Dafür war das Inter­es­se an den Ver­an­stal­tun­gen auf der Expert- und Start­up-Sta­ge rela­tiv hoch. Das lag mei­nes Erach­tens zum einen an den The­men und der guten Qua­li­tät der Speaker, zum ande­ren auch an dem Pro­gramm. Auf der Star­tups Sta­ge pitch­ten Grün­der ihre Ide­en und Pro­duk­te, beim Foun­ders Fight tra­ten sie direkt gegen­ein­an­der an.

Mir per­sön­lich waren die Speaker Slots auf den Sta­ges teil­wei­se zu kurz. Vie­le Vor­trä­ge beschränk­ten sich auf 20 Minu­ten, wobei die ers­ten 10 Minu­ten meist aus­schließ­lich für Eigen­wer­bung im Sinn von Fir­men­prä­sen­ta­tio­nen ver­stri­chen sind und das The­ma nur ganz ober­fläch­lich ange­kratzt wur­de. Ich habe vier Vor­trä­ge besucht, die ich bereits im Vor­feld aus­ge­sucht habe, konn­te aber lei­der kei­nen Mehr­wert mit­neh­men. Die Panels auf der Start­up Sta­ge sowie die Pit­ches hat­ten dar­um wesent­lich mehr Poten­zi­al als die Vor­trä­ge auf der Expert Sta­ge – zumin­dest mei­ner Mei­nung nach.

Neben Pit­ches, Panels und Vor­trä­gen gab es die Mög­lich­keit, an ver­schie­de­nen Work­shops teil­zu­neh­men. Auch Star­tups konn­ten Work­shops anbie­ten und so ihre Sicht­bar­keit erhö­hen. Doch lei­der war das Work­shop-Pro­gramm nicht prä­sent genug, so dass kaum Leu­te bei den Work­shops waren, teil­wei­se hat­ten sich Grün­der vor­be­rei­tet und dann fest­ge­stellt, dass kein ein­zi­ger zum Work­shop gekom­men hat – die Vor­be­rei­tun­gen waren lei­der kom­plett umsonst. Und dabei waren wirk­lich gute The­men dabei – bringt aber nichts, wenn nie­mand davon weiß.

 

Die Start­up Expo – Lohnt sie sich?

Jein. 400 Star­tups sind auf der CeBit scale11 ver­tre­ten. Eine Zahl, die die Aus­stel­lung für Inves­to­ren und Jour­na­lis­ten inter­es­sant macht, dar­um tum­meln sich auch eini­ge davon zwi­schen den Star­tups, spre­chen mit den Grün­dern und las­sen sich die Pro­duk­te vor­füh­ren. Auf der ande­ren Sei­te ist es bei den fest kon­fi­gu­rier­ten Start­up-Stän­den schwie­rig, wirk­lich her­aus­zu­ste­chen. Beson­ders für Star­tups, die kein hap­ti­sches, son­dern ein digi­ta­les Pro­dukt haben, das sie am Bild­schirm vor­füh­ren.

Eine Start­up Work­sta­tion kos­tet 513,00 Euro / Qua­drat­me­ter. Der klei­ne 8 Qua­drat­me­ter-Stand mit Säu­le, klei­nem Tisch, 3 Bar­ho­ckern, Beleuch­tung und Papier­korb sowie Steck­do­se und Inter­net­an­schluss kos­tet inklu­si­ve 1 Pitch-Slot auf der Start­up Sta­ge und Online-Prä­senz auf den CeBit-Kanä­len 4.104 Euro zzgl. MwSt. Ich per­sön­lich fin­de das sehr teu­er und auch im Gespräch mit den Star­tups klingt durch, dass für eini­ge das Preis-Leis­tungs­ver­hält­nis nicht stimmt und sie dar­um im nächs­ten Jahr nicht mehr auf die CeBit gehen wer­den.

 

Mein Fazit: Die CeBit lohnt sich für Star­tups, aber…

Die CeBit lohnt sich für Star­tups, aber nur, wenn man sich davor ent­spre­chend vor­be­rei­tet. Wer sich für den Stand auf der Start­up Expo ent­schei­det, darf nicht erwar­ten, dass er sich von allei­ne füllt. Star­tups mit einem hap­ti­schen Pro­dukt haben sich viel leich­ter getan, da sie den Besu­chern direkt vor Ort erklä­ren konn­ten, was sie ver­kau­fen. Star­tups (ins­be­son­de­re mit digi­ta­len Pro­duk­ten) emp­feh­le ich drin­gend, bereits vor­ab Ter­mi­ne mit poten­zi­el­len Inves­to­ren, Jour­na­lis­ten und Kun­den zu ver­ein­ba­ren, um den Ver­kehr am Mes­se­stand hoch zu hal­ten und kei­ne lan­gen Leer­lauf-Zei­ten zu haben.

Digi­ta­le Lösun­gen las­sen sich am bes­ten anhand von Bei­spie­len ver­an­schau­li­chen – am bes­ten in Vide­os ver­packt, die auf dem Mes­se­stand lau­fen. Einen Bild­schirm kann man zusätz­lich zum Start­up-Paket bei der CeBit bestel­len, kann man aber auch sel­ber mit­brin­gen. Das wirkt viel bes­ser und erzeugt wesent­lich mehr Auf­merk­sam­keit als die Prä­sen­ta­ti­on auf dem Smart­pho­ne.

Ich emp­feh­le Star­tups, die 2019 auf die CeBit gehen möch­ten, sich vor­ab zu infor­mie­ren, wer vor Ort ist – bei­spiels­wei­se über Twit­ter, Xing und Lin­kedIn – und Ter­mi­ne ver­ein­ba­ren. Auch auf die Prä­senz des Stan­des soll­te geach­tet und das Pro­dukt ent­spre­chend in Sze­ne gesetzt wer­den.