Messen sind die ideale Anlaufstelle, um das Netzwerk zu erweitern und neue Kunden zu akquirieren. Besonders für Gründer ist es wichtig, die Neugierde der Besucher zu wecken und auf die Produkte aufmerksam zu machen. Damit die Messe für euer Startup ein voller Erfolg wird, haben wir euch ein paar Tipps für den richtigen Messeauftritt zusammengestellt.

Auch wir von Startup Communication sind oft auf Messen unterwegs. Die Ausstellerliste ist lang und die Auswahl der verschiedenen Startups groß. Die neusten und ausgefallensten Ideen reihen sich von Messestand zu Messestand – da ist es gar nicht so einfach aus der breiten Masse herauszustechen und im Gedächtnis zu bleiben. Darum aufgepasst: Hier sind unsere vier Tricks, auf die ihr achten solltet:

1. Die richtige Vorbereitung

Eine gute Vorbereitung ist bekanntlich schon die halbe Miete. Bevor ihr mit der eigentlichen Organisation loslegt, macht euch Gedanken, welche Art Messe ihr auswählt. Stellt euch die Frage nach der Zielgruppe der verschiedenen Veranstaltungen und deren Bekanntheitsgrad. Definiert eure Messeziele und verschafft euch zum Beispiel über das Ausstellerverzeichnis oder Zu- und Absagen bei Facebook-Veranstaltungen zur Messe einen Überblick über die Besucher und Teilnehmer. So könnt ihr euch die gezielte Kontaktaufnahme erleichtern. Wenn ihr schon konkret wisst, mit wem ihr sprechen wollt, empfehlen wir, vorab einen Termin auszumachen, an dem ihr zum Messestand kommt.

2. Informiert über eure Teilnahme

Ihr habt euch für eine Messe angemeldet? Dann lasst es auch die Anderen wissen – von Social Media über Mail an Fachjournalisten bis hin zu eurer Website. Denn auch die Besucher sind bestens vorbereitet und holen sich vorab die ersten Informationen ein. Unser Tipp: Vernetzt euch mit anderen Ausstellern und greift vor eurer ersten Messe auf deren Erfahrungen zurück.

3. Der Messeauftritt

Neben einem motivierten Team vor Ort, ist der richtige Messestand das Aushängeschild eures Startups, das viele Interessierte anlocken soll. Achtet auf einen hochwertigen Stand, der sowohl zu eurer Marke als auch zu eurem Produkt passt und die Botschaft dahinter einfach, direkt und verständlich kommuniziert. Tipp: Wenn ihr eine Bildmarke als Logo habt, empfehlen wir euch unbedingt noch euren Firmennamen oder einen kurzen Slogan dazu zu schreiben, damit den Besuchern klar ist, was genau ihr anbietet. Giveaways, also kleine Geschenke mit eurem Logo darauf, ziehen ebenfalls die Blicke auf sich. Eine Möglichkeit wäre beispielsweise eine Tasche mit allen wichtigen Informationen rund um euer Startup. Somit habt ihr alle nötigen Unterlagen für Interessierte immer griffbereit dabei.

4. Die richtige Nachbereitung

Die Messe ist vorbei und ihr denkt, dass alles soweit gut gelaufen ist? Kein Grund sich auf die faule Haut zu legen, denn jetzt stellt sich erst heraus, wie erfolgreich ihr wirklich wart. Versucht gemeinsam festzuhalten, was gut lief und was in Zukunft besser laufen sollte. Beginnt danach möglichst zeitnah mit der Kontaktaufnahme der neu gewonnenen Interessenten. Somit seid ihr noch im Gedächtnis und könnt an das vorherige Gespräch anknüpfen. Ihr hinterlasst nicht nur einen guten Eindruck, sondern signalisiert damit euer Interesse und eure Zuverlässigkeit. 50 Prozent eures Erfolges hängt erfahrungsgemäß vom anschließenden Follow-Up ab.

Gemeinsam mit unserer Gründerin Carina Wilhelm werfen wir jetzt einen Blick hinter die Kulissen. Unsere PR-Assistentin Melli hat nachgehakt, was Startups auf Messen wirklich leisten müssen, um Aufmerksamkeit zu erregen:

Wann weckt ein Startup auf einer Messe dein Interesse?

Zuerst einmal muss ich auf den ersten Blick verstehen, um was es geht: Wird eine Cloud-Lösung, ein Lifestyle-Produkt oder eine Dienstleistung angeboten? Das sollte durch den Messeauftritt, das Logo und die Unterlagen hervorgehen. Wer ein Produkt anbietet, sollte es auch vor Ort demonstrieren, wer eine Software anbietet, sollte via Tablet oder PC eine Demo zeigen können. Wir als Dienstleister haben dafür unser Image-Video, unsere Broschüren und digital ein paar Beispiel-Cases dabei, durch die wir führen.

Der wichtigere Faktor auf Messen sind die Gründer selbst. Ich persönlich finde es sehr sympathisch, wenn sie mit einer offenen Haltung am Messestand sind und aktiv auf die Besucher zugehen. Denn das signalisiert, dass die Gründer den Vertrieb beherrschen. Und im Endeffekt ist der Vertrieb ausschlaggebend, ob ein Startup erfolgreich wird oder nicht.

Wie erkennst du, dass ein Startup das Potenzial besitzt, am Markt durchzustarten?

„Erkennen“ ist zu viel gesagt. Um einen Eindruck zu bekommen, ob das Startup erfolgreich werden kann, spreche ich mit den Gründern. Denn ein Produkt kann noch so gut sein – wenn das Team nicht passt und das nötige Know-how fehlt, um den Vertrieb richtig auszubauen, wird es schwierig. Ich frage immer nach dem Geschäftsmodell, dem USP und nach den Wettbewerbern. Die erfolgreichen Gründer haben darauf immer eine gute Antwort. Wer sich damit noch nicht beschäftigt hat und gegenüber potenziellen Kunden keine Antwort parat hat, wird sich auch beim Markteintritt schwertun – da hilft dann leider auch keine Messe.

Welche No-Gos sollte man auf Messen unbedingt vermeiden?

Was meiner Meinung nach gar nicht geht, sind Messestände, die längere Zeit nicht besetzt sind. Das vermittelt kein gutes Gefühl. Auch wenn die Gründer gerade beim Pitch sind oder Mittagspause machen, sollten sie sich vorab um eine Vertretung kümmern oder zumindest ein Schild aufstellen, ab wann der Messestand wieder besetzt ist.

Jeder, der einen Messestand bucht, möchte das Beste für sein Unternehmen herausholen und möglichst viele gute Gespräche führen. Darum solltet ihr – zumindest wenn ihr keinen Termin habt – kurz und knapp euer Anliegen erklären und danach weiterziehen. Nutzt das Follow-Up für intensivere Gespräche.

Was auch nicht sinnvoll ist: Nichts zum Zeigen dabei zu haben. Auch wenn die Imagebroschüre nicht rechtzeitig kam und der Prototyp nicht mehr ins Auto gepasst hat – Visitenkarten, Laptop oder Tablet mit einer kurzen Präsentation und zumindest eine LandingPage sind Pflicht. Anbieter für Cloud-Lösungen und Online-Plattformen sollten vorher den Internet-Zugang der Messe checken und vor Ort durch die wichtigsten Funktionen führen können.